Maul- und Zahnprobleme bei Katzen Picture

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[Übersetzt von Susanne Chotty, Av tomfjorden]

Von Lies Klösters, 2006

Menschen und Tiere können alle möglichen Probleme mit den Zähnen entwickeln. Die Probleme, die am häufigsten bei Menschen auftreten (Karies unter dem Einfluß von Zucker), treten bei Tieren nicht oft auf, weil die meisten Tiere viel weniger Zucker als Menschen essen. Trotzdem kann Ihr Haustier Zahnprobleme entwickeln. Eine einzige Untersuchung zeigt Ihnen, wie es mit dem Gebiß Ihres Tieres bestellt ist: Ob die Zähne richtig stehen, ob alle Zähne vorhanden sind, usw. Regelmäßige Kontrollen bei älteren Tiere können die Bildung von Zahnstein und Plaque verhindern. Beides kann in einem frühen Stadium entfernt werden, bevor sie Probleme verursachen. Krankheiten wie Gingivitis können in jedem Alter auftreten. Kurz gesagt: Eine sorgfältige Kontrolle der Zähne ist sehr wichtig, um mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen.

Zahnarten

Alle Tiere haben Zähne, die perfekt an ihre Nahrung und Lebensgewohnheiten angepaßt sind. Einige Tierarten, wie Haifische, Krokodile und viele Zahnwale, haben Zähne, die alle mehr oder weniger gleich geformt sind (siehe Abbildung 1). Diese werden homodont (altgr./lat.: aus gleichartigen Zähnen zusammengesetzt) genannt. Die meisten Säugetiere sind heterodont (altgr./lat.: aus verschiedenen Zähnen zusammengesetzt) und haben verschiedene Art von Zähnen: Schneidezähne, Eckzähne, vordere Backenzähne (Prämolaren) und hintere Backenzähne (Molaren). Einige Tiere haben Zähne, die für ihre Art sehr spezifisch sind, z.B. die Reißzähne der Giftschlagen, oder die Stoßzähne von Elefanten, Walrössern und Narwalen. Andere haben Zähne, die wir in größeren Tierarten finden. Säugetiere können grob in drei Gruppen unterteilt werden, die von unterschiedlichen Nahrungsarten leben:

  • Pflanzenfresser (Herbivoren) mit flachen Backenzähnen zum Mahlen (Abb. 2)
  • Fleischfresser (Carnivoren) mit scharf schneidenden vorderen und hinteren Backenzähnen (Abb. 3)
  • Allesfresser (Omnivoren, auch Pantophagen genannt), mit einem Gebiß, daß irgendwo in der Mitte von denen der Carnivoren und Herbivoren liegt, um sowohl Pflanzen wie auch Fleisch zermahlen zu können (Abb. 4)

Abbildung 1:
Zähne von einem Orca
Abbildung 2:
Zähne von einem Reh
Abbildung 3:
Zähne von einer Katze
Abbildung 4:
Zähne von einem Affen

Katzenzähne

Die Katze ist ein fleischfressendes Tier. Fleischfressende Tiere haben scharfe, schneidende Zähne; Zähne die dafür gemacht sind, ein Opfer zu fangen, festzuhalten und zu zerreißen, und falls notwendig, auch einen Knochen zu zerbeißen. Die meisten von ihnen können ihre Nahrung nicht kauen, denn ihre Kiefer können sich nicht von links nach rechts, sondern nur auf und ab bewegen.

Katzen und Hunde werden, genau wie Menschen, ohne Zähne geboren; sie bekommen ihre ersten Zähne, die Milchzähne, wenn sie einige Tage alt sind und diese werden nach einigen Monaten gegen die Erwachsenenzähne ausgetauscht. Die Zähne von Katzen und Hunden wachsen nicht weiter, wie die Zähne von einigen Nagetierarten, Pferden oder Elefanten.

Der Aufbau der Zähne kann in einer zahnmedizinischen Formel ausgedrückt werden. Diese Formel besteht aus zwei Linien untereinander, eine für den oberen und eine für den unteren Kiefer. Die Formel beschreibt eine Hälfte des Kiefers, da rechte und linke Seite identisch sind (solange noch alle Zähne vorhanden sind).
Die Abkürzungen in der Zahnformel stehen für: I = Schneidezahn, C = Eckzahn, P = vorderer Backenzahn, M = hinterer Backenzahn. Die klein geschriebenen Buchstaben stehen für Milchzähne, die groß geschriebenen für Erwachsenenzähne. Die Zahnformel für Katzen sieht wie folgt aus:

Milchzähne: Zähne der Erwachsenen:

Am Alter von 11 bis 15 Tagen brechen die Zähne der Kittens durch, und wenn die Kittens 37 bis 60 Tage alt sind, sind die Milchzähne komplett. Die Milchzähne werden durch die Erwachsenenzähne am Alter von 13 bis 24 Wochen ersetzt.

Dieses Ersetzen geschieht in einer festen Reihenfolge:
- I 13 - 16 Wochen
- C 20 - 24 Wochen
- P 20 - 24 Wochen
- M 18 - 24 Wochen
Während des Zahnens ist es möglich, eine ziemlich genaue Schätzung des Alters vorzunehmen, falls Sie es mit einem Findling zu tun haben, bei dem Sie das Alter nicht genau kennen.

Gebißstellung

Die korrekte Ausrichtung der Zähne wird als "Scherenbiß" bezeichnet. Wenn die Zähne nicht richtig gesetzt sind, sprechen wir von einer "Gebißanomalie", die Zahnstellung wird dann zum Beispiel überbiß, Unterbiß, Zangenbiß oder Kreuzbiß genannt.

  • Scherenbiß: Der untere Kiefer sollte immer etwas kleiner sein als der obere Kiefer. Idealerweise sollten die Spitzen der oberen Schneidezähne dicht vor den Spitzen der unteren Schneidezähne liegen. Die hinteren Backenzähne liegen genau übereinander.
  • überbiß: Die Schneidezähne des Unterkiefers sind zu weit hinter den Schneidezähnen des Oberkiefers gesetzt.
  • Unterbiß: Die Schneidenzähne des Unterkiefers sind vor die Schneidezähne des Oberkiefers gesetzt.
  • Zangengebiß: Die Kronen der oberen Schneidezähne stoßen genau auf die Kronen der unteren Schneidezähne, anstatt genau übereinander zu passen.
  • Kreuzbissen: Auch schiefes Gebiß oder Schiefmaul genannt. Dies bedeutet, daß die linke und rechte Hälfte des Kiefers nicht die gleiche Länge haben, der Stand der Zähne im Unterkiefer ist dadurch im Verhältnis zum Stand der Zähne im Oberkiefer verschoben.

Bei Hunden ist der Aufbau der Zähne Teil von jedem Rassestandard. Die Rassestandards der Katze beschreiben kaum, wie die Zähne aussehen sollten. Manchmal wird in einem Standard erwähnt, daß bei einem überbiß nicht mehr als 1 oder 2 Millimeter Platz zwischen Ober- und Unterkiefer liegen sollte, andere Standards sagen aus, daß eine Katze keinen überbiß und keinen Unterbiß haben sollte. Bei Hundeausstellungen prüfen die Richter die Zähne jedes einzelnen Hundes, eine falsche Zahnstellung führt zu einer sofortigen Disqualifizierung. Die Richter bei Katzenausstellungen prüfen die Zähne nur, wenn sie von "außen" erkennen können, daß etwas falsch ist.

Bei FIFé-Ausstellungen ist es den Richtern erlaubt, jeder Katze ins Maul zu sehen (was nicht bedeutet, daß auf solch einer Ausstellung bei jeder Katze die Zähne geprüft werden. Andere Katzenvereine erlauben dies nicht, oder nur, nachdem sich der Richter die Erlaubnis des Besitzers eingeholt hat. Diese Regel ist von einigen Katzenvereinen eingeführt worden, um die Gefahr der Verbreitung von Krankheiten zu minimieren: Das Maul einer Katze ist voll von Bakterien. Dies ist auch der Grund, warum ein Katzenbiß weit aus häufiger zu Entzündungen führt als ein Biß eines Hundes. Aber das Fehlen dieser Standardüberprüfung als Teil des Richterberichts bedeutet auch, daß es von wenig bis zu keinen professionellen Einblick in die Ausrichtung der Zähne und Kiefer gibt.

Anders als bei Hunden, die leicht darauf trainiert werden können, arbeiten Katzen nicht unbedingt freiwillig bei einer Kontrolle ihres Mauls mit. Wenn die Zähne einer Katze bei einer Show überprüft werden, und etwas nicht richtig ist, sollte es, genau wie bei Hunden, zu einer Disqualifizierung führen.

Bei Hunden mit sehr schmalen Schnauzen fehlt manchmal der ein oder andere Schneidezahn, und bei Rassen mit sehr kurzen Schnauzen fehlen manchmal die hinteren Backenzähne. Bei Hunderassen mit einer mittleren bis langen Schnauze sagt der Zuchtstandard normalerweise aus, daß ein Scherenbiß die beste Gebißstellung sei, ein Zangenbiß aber auch erlaubt sei. In Hunderassen mit sehr kurzen Schnauzen können sehr viele Unterbisse beobachtet werden. Dies ist auch in den entsprechenden Rassestandards vermerkt. Weil bei über- oder Unterbissen die Zähne nicht richtig schließen, kann der zu große Raum zwischen den Kiefern zu allen möglichen Problemen führen. Zum Beispiel kann ein Weibchen während der Geburt die Welpen nicht selbständig aus der Fruchthülle befreien, da sie das Häutchen nicht mit den Zähnen festhalten kann. Wenn ein Weibchen mit einem starken über- oder Unterbiß ihre Welpen ohne menschliche Unterstützung aus der Fruchthülle befreien muß, ersticken die Welpen oft wenige Minuten nach der Geburt. Im Gegensatz zu den verschiedenen Hunderassen sind die körperlichen Unterschiede, besonders die Größe, zwischen den einzelnen Katzenrassen eher gering. Allerdings ist die Kopfform besonders in den Rassen, die schon über einen längeren Zeitraum auf extremes Aussehen gezüchtet wurden, sehr unterschiedlich. Lange Schnauzen können überbisse verursachen, allerdings sind diese überbisse normalerweise nicht so groß, daß sie Probleme verursachen. Wie oben schon beschrieben, verursachen kurze Schnauzen regelmäßig Probleme. Darum sollten besonders Züchter, die Rassen mit kurzen Schnauzen züchten, ein besonderes Augenmerk darauf legen, daß diese Katzenrassen nicht die gleichen Probleme wie die entsprechenden Hunderassen entwickeln. Einige Katzen (einschließlich der Katzen mit langen oder mittleren Schnauzen) haben Probleme mit Wangen in unterschiedlicher Länge, falsch gesetzten Eckzähnen oder Kreuzbissen. Nur durch eine sorgfältige Auswahl ihrer Zuchttiere können Züchter sicher gehen, daß sich solche Probleme nicht in großen Teilen der Population zeigen, sondern Ausnahmen bleiben.

Zahnbelag und Zahnstein

Schlechter Atem und Speicheln können einige der ersten Anzeichen eines Zahn- bzw. Maulproblems Ihres Haustieres sein. In einem späteren Stadium wird häufig die Nahrung verweigert, besonders wenn die Nahrung aus harten Bestandteilen, z.B. Trockenfutter, besteht, da dem Zahnfleisch Schmerzen zugefügt werden könnte. Wenn das Zahnfleisch blutet, reiben sich manche Tiere oft mit den Pfoten das Maul und manchmal wollen sich Katzen auch nicht mehr richtig pflegen. Heben Sie bitte vorsichtig die Lippen Ihres Haustieres an, so können Sie das Maul prüfen, ob Zahnbelag, Zahnstein, entzündetes Zahnfleisch, verloren gegangene oder abgebrochene Zähne vorliegen.

Die meisten Probleme beginnen mit Zahnbelag. Zahnbelag, auch Plaque genannt, kann sich an der Kante zwischen Zahnfleisch und Zähnen bilden und enthält eine Menge Bakterien. Nach einer Weile verhärtet sich der Zahnbelag zu einer braunen Schicht, die die Zähne bedeckt: Zahnstein. Zahnstein kann eine Vielzahl von Problemen verursachen, wie gerötetes Zahnfleisch und Zahnfleischbluten, faulende oder lose Zähne, die von herausfallen können oder entfernt werden müssen. Wenn Zahnstein zu lange auf den Zähnen bleibt, kann sich aus dem geröteten Zahnfleisch eine Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt, entwickeln. Die Bakterien aus dem Zahnstein können sogar in den Blutkreislauf Ihrer Katze gelangen und die Gesundheit der Katze beeinflussen, indem sie Entzündungen in den Nieren, den Herzklappen und den Bandscheiben verursachen.

Zahnsteinentferner

Mit einem sogenannten Zahnsteinentferner, die Sie für relativ wenig Geld via Internet oder auch Ihrem Tierarzt oder Zahnarzt bekommen können, kann der Zahnstein weg gekratzt werden. Dies können Sie selbst machen, oder von Ihrem Tierarzt machen lassen. Hunden hilft es auch, wenn sie Knochen bekommen: Die Tätigkeit des Knochenkauens reibt die Zähne sauber. Auch einige Katzen genießen es, Knochen zu kauen, aber leider nicht alle Katzen. Bitte geben verfüttern Sie niemals gekochte, sondern nur rohe Knochen. Gekochte Knochen sind weicher und können leicht splittern. Die Knochen sollten auch nicht zu klein sein, damit der Hund, oder die Katze, sie nicht schlucken und daran ersticken kann.

Einige Tierfutterhersteller haben diese Probleme erkannt und ihr Nahrungsangebot entsprechend angepaßt. Das Resultat sind unterschiedliche Trockenfuttersorten mit großen, harten Brocken, die zu groß sind um von einer Katze als ganzes geschluckt zu werden. Diese Brocken sollen Zahnbelag und Zahnstein entfernen, weil die Katze die Brocken kauen muß. Es hilft wirklich ein bisschen, ist aber längst nicht genug, um die Zähne einer Katze sauber zu halten. (Wenn Sie Ihrer Katze Trockenfutter geben, stellen Sie bitte sicher, daß immer genügend Trickwasser zur Verfügung steht.)
Zähneputzen ist eine weitere, bessere Möglichkeit um Zahnbeleg, und demzufolge das Wachstum von Zahnstein, zu vermeiden. Sicher ist es nicht immer einfach, aber auch nicht unmöglich, eine Katze an diese neue Routine zu gewöhnen. Besonders wenn sie nach dem Bürsten eine kleine Belohnung bekommt, z.B. ein bisschen für die speziell für Katzen entwickelte Zahnpasta (benutzen Sie bitte keine Zahnpasta für Menschen!), wird sie sicher unsere Wünsche erfüllen.

Gingivitis, Periodontitis und Stomatitis

Wenn das Zahnfleisch rot ist, geschwollen, empfindlich und zum Bluten neigt, wird dies im Fachjargon Gingivitis genannt. Katzen allen Alters können davon betroffen sein. Gingivitis kann durch Zahnstein verursacht werden, kann aber auch spontan auftreten, auch wenn sich sehr gut um die Zähne gekümmert wird. Es gibt eine Menge Theorien über die Ursachen der spontan auftretenden Gingivitis. Die Meinungen bezüglich der Behandlung sind ebenso unterschiedlich.

Das erste Zeichen von Gingivitis ist eine dünne rote Linie entlang des Zahnfleischrandes. In diesem Stadium kann der Prozeß gestoppt werden, besonders wenn er durch Plaque oder Zahnstein verursacht wird, indem man die Zähne komplett säubert. Die Zahnfleischentzündung verschwindet ohne Beschädigung der Zähne.
Wenn die Gingivitis weiter fortgeschritten ist, kann sie auch den Knochen unter dem Zahnfleisch beschädigen. Diese Erscheinung wird Periodontitis (Wurzelhautentzündung) genannt. Die Periodontitis ist eine schwere Form der Zahnfleischentzündung, bei der das Zahnfleisch anfängt stark zu wachsen, die Zähne können nicht mehr gerettet werden. Entweder fallen sie von selbst aus oder sie müssen entfernt werden. Im Gegensatz zur Gingivitis, ist die Periodontitis nicht umkehrbar. Daher ist es sehr wichtig, die Situation unter Kontrolle zu halten und sie nicht weiter fortschreiten zu lassen.

Beginn einer Periodontitis.
1=Zahnfleisch , 2=Wurzel, 3=Zahnzement, 4=Kieferknochen, 5=Krone, 6=Zahnbelag, 7=Zahnstein.

A = Erste Anfänge von Plaque. Das Zahnfleisch fängt an zurück zu gehen.
B = Unter dem Zahnfleisch hat sich Zahnstein gebildt. Das Zahnfleisch ist gereizt und geschwollen. Der Zahn sitzt nicht mehr ganz fest im Kieferknochen.
C = Das Zahnfleisch ist schwer entzündet und stark geschwollen. Der Zahn hat sich fast vom Kieferknochen gelöst und wird bald ausfallen.

Manchmal ist nicht nur der Rand des Zahnfleischs sonder auch die gesamte Schleimhaut des Mauls entzündet. Dieses wird Stomatitis genannt. Katzen mit dieser Krankheit speicheln häufig viel und hören wegen der Schmerzen im Maul fast oder völlig auf zu fressen.

Die Ursachen für Gingivitis, Periodontitis und Stomatitis sind noch nicht klar. Es gibt einige Theorien über diese Krankheiten, z.B. eine Reaktion des Immunsystems auf Bakterien im Maul oder eine Reaktion des Autoimmunsystems. Bei einigen Katzen beginnen die Krankheiten, wenn sie besonders anfällig sind, z.B. Weibchen, die gerade Kittens haben, oder wenn die Tiere krank sind, oder kurz nachdem sie ihre jährliche Impfung bekommen haben. Es gibt auch Anzeichen, daß es eine vererbbare Faktoren ein Rolle spielen könnten, besonders wenn Eltern und / oder Großeltern der betroffenen Katze die gleiche Krankheit hatten. Leider war bisher keinerlei Forschung in der Lage zu ermitteln, was diese Krankheiten verursacht.

Zähne gezogen werrden, weil die Entzündungen kontrollierbar waren. Sobald die Zähne gezogen und Plaque und Zahnstein verschwunden sind, leidet die Katze nicht mehr unter den Entzündungen.
Für Katzen mit der nicht-erblichen Form dieser Probleme, können Antibiotika oder Zähneputzen eine Lösung sein, aber auch dann kann nicht immer verhindert werden, daß Zähne gezogen werden müssen. Auf jeden Fall sollte ein Augenmerk auf eine gute Lebensqualität Ihrer Katze gelegt werden, und die Behandlung in Absprache mit Ihrem Tierarzt angepaßt werden.

Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen - FORL

Diese Abbildung zeigt einen Eckzahn mit einem kleinen, kaum erkennbaren Flecken auf der Schleimhaut am Rand des Zahnfleisches.

Das Röntgenbild zeigt, daß der kleine Fleck auf der Schleimhaut nur die Spitze des Eisbergs ist: Die Wurzel des Eckzahns ist fast vollständig setzt. Fotos: Dr. Markus Eickhoff**.

Diese Krankheit befällt meistens Katzen, die älter als 4 Jahre sind. Diese Krankheit wird auch oft als Schmelzdefekte am Zahnhals, Zahnhalsläsionen oder auch mit dem englischen Begriff neck lesions bezeichnet.

Betroffene Zähne entwickeln Verletzungen in den Zahnwurzeln. Dieses ist extrem schmerzhaft. Mögliche Hinweise auf diese Krankheit: Speicheln, Blut im Maul und Anzeichen von Schmerzen, wenn man das Maul berührt. Oft zeigt die Katze auch Hungergefühle, rennt zu ihrem Futter, läßt es aber fallen oder fängt erst gar nicht an zu fressen. Betroffene Zähne müssen fast immer entfernt werden, weil es keine Heilung für diese Krankheit gibt.

FORL ist eine progressive Krankheit: Selbst wenn alle betroffenen Zähne der Katze entfernt werden, können die restlichen Zähne die gleichen Symptome entwickeln.

FORL ist nicht etwas, das immer auf den ersten Blick bestimmt werden kann oder durch einen schnellen flüchtigen Blick. Eine Katze deren Zähne vollkommen zu sein scheinen, kann trotzdem FORL haben. Zahnstein und Plaque sind nicht die Ursachen von FORL. Nur ein Röntgenbild kann zeigen, wie es unter der Oberfläche des Zahnfleisches aussieht.


WICHTIG: Wenn Ihre Katze ernsthafte Probleme mit Zähnen und / oder dem Maul hat, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen, der sich auf Zahlheilkunde spezialisiert hat!

Quellen:

* Tandheelkunde bij hond en kat, Dr. Leen Verhaert, Dipl., E.V.D.C.
** FORL – Die neue Geißel der Katze, Dr. Markus Eickhoff.