Entnahme und Lagerung von DNA

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[Übersetzt von Susanne Chotty, Av tomfjorden]

Von Lies Klösters, Februar 2009

Warum sollten wir DNA sammeln?

Immer mehr Forschung wird betrieben, um die Genorte bestimmter Krankheiten zu finden. Und so wird es immer wichtiger DNA-Tests bei unseren Haustieren durchzuführen. Aber was tun Sie, wenn Ihr Haustier bereits gestorben ist? Oder es hat ein neues Zuhause, und die neuen Eigentümer sind nicht bereit Ihnen DNA für einen Test zu überlassen? Die Antwort: Nehmen Sie DNA-Proben solange die Tiere noch bei Ihnen leben.

Sie können nicht nur die DNA von den erwachsenen Tieren nehmen, sondern auch von Nachkommen, die Sie gezüchtet haben, bevor diese Ihr Haus verlassen. Auf diese Weise können Sie alle Tiere später testen lassen.

Der Nachteil ist, dass die Identität des Tieres nicht mehr überprüft werden kann, wenn Sie DNA von solchen Proben testen lassen. Aber Sie können dies zu Ihrem eigenen Nutzen tun. Sie können den Ursprung einer bestimmten Krankheit erkennen und Ihre Zucht entsprechend anpassen.

Wie lange kann DNA gelagert werden?

Wenn Sie eine DNA-Probe auf die vorgeschriebene Art und Weise entnehmen, kann sie für viele Jahre gelagert werden. Eine ordnungsgemäße DNA-Probe darf nur die DNA des Tieres, von dem Sie die Probe entnehmen wollen, enthalten. Keinesfalls darf sie mit der DNA eines anderen Lebewesens kontaminiert werden. Die Probe wird am besten bei Zimmertemperatur an einem trockenen Ort aufbewahrt (siehe Anleitung weiter unten.) So kann die Probe, wenn sie gebraucht wird, mit normaler Post an ein Labor geschickt werden.

Warnung: Eine DNA-Probe wird nutzlos, wenn sie schimmelig wird, oder mit anderen Materialien in Berührung kommt, die die DNA schädigen, wie z.B. Desinfektionsmittel.

Brauche ich eine Blutprobe für einen DNA-Test meiner Tiere?

Sie brauchen nicht immer Blut für einen DNA-Test. DNA wird aus Zellkernen extrahiert. Diese Zellen können aus verschiedenen Arten von Gewebe bestehen, wie Blut, Zellen aus der Mundhöhle, Samen oder Haarwurzeln.

Die Entnahme einer Blutprobe kann für Ihr Tier stressig werden, denn Sie müssen es zu ihrem Tierarzt bringen, außerdem muss das Blut entnommen werden. Katzen haben oft mehr Probleme mit einem Tierarztbesuch als Hunde.
Wenn Sie eine Haarprobe entnehmen wollen, müssen Sie Ihrem Haustier Haare ausziehen und dabei sicher stellen, dass auch die Wurzeln an den Haaren geblieben sind. Dieses kann eine schwierige Aufgabe sein, vor allem, wenn Ihr Tier sehr weiche Haare hat, die leicht davonfliegen. Bei Pferden wendet man oft die Technik an, Haare auszuziehen, um DNA-Proben zu bekommen. Die Haare aus dem Schweif oder der Mähne sind besonders geeignet für diese Art der DNA-Sammlung.
Das Sammeln von Samen ist bei Tieren nicht immer leicht und ist von der Tierart abhängig mit der Sie arbeiten. Für Katzen zum Beispiel scheidet diese Vorgehensweise aus, da es schwierig ist eine Samenprobe bei Katzen zu bekommen. Bei Hunden und einigen anderen Arten kann Samen für eine DNA-Probe genutzt werden. Selbstverständlich brauchen Sie noch eine andere Technik, um die DNA Ihrer weiblichen Tiere zu sammeln.

Maulhöhlenabstriche sind eine Möglichkeit DNA ohne große Eingriffe zu sammeln, und Zellen aus der Maulhöhle sind ebenso gut für eine DNA-Analyse zu gebrauchen, wie alle anderen Arten von Zellen. Wenn es keinen bestimmten Grund für eine Blutentnahme gibt, sollten Sie also einen Maulhöhlenabstrich nutzen.

Wie Sie DNA-Proben durch Maulhöhlenabstriche sammeln können:

  1. Am besten bestellen Sie sich sterile Wattestäbchen mit Holzgriff im Internet oder Ihrer Apotheke. Falls dies nicht möglich ist, können Sie auch normale Wattestäbchen benutzen. Achten Sie darauf, dass Sie die Baumwollspitze nicht mit den Händen berühren. Wenn Bakterien von Ihren Händen auf den Tupfer gelangen, können die Bakterien die DNA-Probe zerstören.
  2. Beginnen Sie mit einem Tier und beenden Sie den kompletten Vorgang, bevor Sie mit dem nächsten starten.
  3. Wenn Ihr Haustier vor kurzem gefressen hat, warten Sie mindestens 15 Minuten, bevor Sie die Probe nehmen. Wenn das Tier gerade gefressen hat, können sich noch Reste vom Futter im Maul befinden, die eine Energiequelle für Bakterien sein können.
    Und wenn Sie bei einem Säugling DNA entnehmen wollen, können Sie diese mit der DNA der Mutter vermischen, wenn sich von Spuren von der Milch im Maul befinden. Aber auch erwachsene Tiere, die gerade gefressen haben, können fremde DNA im Maul haben. Daher ist es aus mehreren Gründen wichtig, eine ausreichende Zeit zu warten, bevor die DNA-Probe entnommen wird.
  4. Öffnen Sie das Ende der Verpackung am gegenüberliegenden Ende der Wattespitze. Berühren Sie die Watte nicht mit den Fingern! Sie kontaminieren die Probe, wenn Bakterien (oder Ihre eigene DNA) auf die Watte gelangen.
  5. Halten Sie das Wattestäbchen mit der Hand, die Sie zum Schreiben benutzen, ungefähr in der Mitte des Griffs.
  6. Halten Sie Ihr Tier im Genick und platzieren Sie die Wattespitze zwischen Wange und Zahnfleisch. Drehen Sie die Wattespitze mehrere Mal, um eine Probe zu bekommen.
  7. Lassen Sie die Wattespitze für ungefähr 30 Sekunden an der Luft trocknen. Pusten Sie nicht auf die Wattespitze! Beim Pusten können winzige Partikel Ihres Speichels auf die Watte gelangen. Auch hier kann die Probe kontaminiert werden.
  8. Legen Sie das Wattestäbchen in die Verpackung zurück und verschließen Sie die Öffnung mit Klebeband oder einer Heftklammer. Bitte nicht luftdicht versiegeln! Ein feuchtes Wattestäbchen in einer luftdichten Verpackung kann Bakterien wachsen lassen und die Probe zerstören.
  9. Nehmen Sie mindestens 5 Proben pro Tier. Heben Sie bitte alle Wattestäbchen von einem Tier in einem Umschlag auf. Beschriften Sie diesen mit dem vollständigen Namen Ihres Tieres und dem Datum, an dem Sie die Probe entnommen haben.
    Falls Sie Proben von einem sehr jungen Tier entnehmen, das möglicherweise noch keinen Namen hat, notieren Sie sich bitte den Namen der Eltern und andere Merkmale (Farbe, Geschlecht oder besondere Merkmale, die Ihnen später helfen die Probe später zu identifizieren) auf ein Etikett oder direkt auf den Umschlag. Jahre später, nachdem Sie die Probe entnommen haben, könnte es verwirrend sein, welche DNA in dem Umschlag ist, wenn die Angaben auf der Verpackung nicht ausreichend sind.
  10. Die Abstriche können bei Zimmertemperatur gelagert werden.